Feldbegehung im Zeichen des Klimawandels: Masterstudierende besuchen Vitiforst und Viti-Voltaic
Wie kann der Weinbau den Folgen des Klimawandels begegnen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Masterstudierende des Gartenbaus bei einer Feldbegehung zum Thema ökologischer Anbau. Dabei standen zwei innovative Versuchsanlagen der Hochschule Geisenheim im Mittelpunkt, die unterschiedliche Wege zur Klimaanpassung aufzeigen. Durch den interdisziplinären Blick wollten die Studierenden des Gartenbaus sich bewusst Inspirationen aus der Disziplin Weinbau für das eigene Studienfeld mitnehmen.
Erster Stopp war die Vitiforst-Fläche, auf der Reben gemeinsam mit Bäumen wachsen. Katharina Becker und Lara Pschorn vom Institut für Weinbau stellten das Projekt vor und gaben Einblicke in aktuelle Forschungsfragen. Vor Ort diskutierte die Gruppe Chancen und Risiken dieses Agroforstsystems – etwa Mikroklima-Effekte, Auswirkungen auf den Bodenwasserhaushalt oder mögliche Nutzungskonflikte wie Beschattung und Vogelfraß. Die Diskussion zeigte, wie komplex das Zusammenspiel von Bäumen und Reben ist.
Weiter ging es zur Viti-Voltaic-Anlage, in der Riesling unter einer teilweisen Überdachung durch Photovoltaik-Elemente wächst. Claudia Kammann, Professorin für Klimafolgenforschung an Sonderkulturen, erläuterte die klimatischen Herausforderungen für den Weinbau und berichtete über die besonderen Hürden bei der Etablierung der Anlage. Die Studierenden interessierten sich vor allem für die Auswirkungen veränderter Licht- und Niederschlagsverhältnisse auf die Pflanzen. Übertragungsmöglichkeiten sahen sie insbesondere für Beerenobst.
Die Exkursion machte deutlich, wie vielfältig Strategien zur Anpassung an den Klimawandel sein können – und bot den Studierenden die Gelegenheit, zukunftsfähige Lösungsansätze direkt im Feld kennenzulernen.
