Lebensraum auf kleinstem Raum: Biodiversitätssäulen
An der Hochschule Geisenheim wächst nicht nur Wissen – sondern auch die Artenvielfalt. Zusammen mit Mitarbeitenden der HGU hat das GeisTreich-Projekt im Frühjahr drei neue Biodiversitätssäulen errichtet: zwei am Fuchsberg, eine weitere am Kläuserweg. Damit ergänzen sie bereits bestehende Biodiversitätssäulen und stärken das Netz an Lebensräumen rund um die Hochschule.
Aber was ist eine Biodiversitätssäule überhaupt?
Eine Biodiversitätssäule, auch Gehölzsäule genannt, ist ein kompakter Rückzugsraum, Nistort und Nahrungsquelle für allerlei Tiere wie Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Das Prinzip ist so einfach wie wirkungsvoll: Einheimische Dornensträucher wie Wildrose, Weißdorn oder Schlehe werden im Schutz von Holzpfählen gepflanzt und die Konstruktion mit Dornenzweigen gefüllt. So entsteht vom ersten Tag an ein dichtes Dickicht, ähnlich eines langjährig gewachsenen Gebüschs.
Klein, aber wirkungsvoll
Was von außen unscheinbar wirkt, ist innen ein vielfältiges Ökosystem. Blüten und Früchte der Sträucher versorgen Insekten und Vögel mit Nahrung, das Dornengeflecht bietet sicheren Brutschutz, und am Boden siedeln sich mit der Zeit immer mehr Tierarten an. Wer langfristig denkt, kann sogar Eicheln oder Bucheckern in den Schutz der Säule aussäen und so künftige Bäume heranziehen.
Und so funktioniert's
Der Aufbau ist einfach und mit etwas handwerklichem Geschick auch z.B. im eigenen Garten umsetzbar:
- Zunächst werden Holzpfähle aus unbehandeltem Hartholz in einer Vieleck-Anordnung in den Boden geschlagen, sie geben der Säule ihre Form.
- Nisthilfen für Vögel oder Insekten können ergänzend an den Pfählen befestigt werden.
- An die Innenseite der Pfähle werden einheimische (Dornen-)Sträucher gepflanzt.
- Dann wird im Zentrum ein Stein- oder Totholzhaufen als Unterschlupf für Amphibien, Insekten und Kleinsäuger errichtet, bevor der
- gesamte Innenraum mit Dornenzweigen oder Heckenschnitt gefüllt wird.
Das schafft sofort Nist- und Rückzugsmöglichkeiten, noch bevor die Sträucher angewachsen und groß geworden sind.
Forschung und Praxis arbeiten Hand in Hand
Die neuen Gehölzsäulen an der HGU sind damit nicht nur ein Beitrag zur Artenvielfalt, sie machen sichtbar, was GeisTreich antreibt: dass Forschung und Praxis zusammen unsere Landschaft gestalten können. Weitere Infos zu den Biodiversitätssäulen gibt‘s hier.
Wer demnächst in Geisenheim am Fuchsberg unterwegs ist: einfach die Augen offenhalten. Oder nach der Eröffnung des Forschungspfades im Juni den Wegen rund um die HGU folgen!
Aufbau der Biodiversitätssäulen




