Wasser ist Leben für Mensch, Rebe und Natur - wir bringen es zurück in die Weinbergsflur.
In diesem Video erklärt Prof. Dr. Ilona Leyer vom Institut für angewandte Ökologie wie und warum Wasser im Weinberg gehalten werden kann.
Bis vor kurzem war an dieser Stelle eine Betonkastenrinne verbaut, wie wir sie überall in den Rheingauer Weinbergsfluren finden. Diese Konstruktionen dienen dazu, das Niederschlagswasser von den Wirtschaftswegen, das insbesondere bei Starkregenereignissen anfällt, aufzunehmen und direkt in den Rhein abzuleiten.
Dieses System bringt jedoch erhebliche Probleme mit sich: Die rasche Abführung des Wassers aus der Weinbergsflur kann bei intensiven Regenfällen das Hochwasserrisiko im Rhein und seinen Zuflüssen erhöhen. Gleichzeitig fehlt das abgeleitete Wasser den Reben und der umgebenden Natur. Angesichts des Klimawandels ist es daher notwendig und dringlich, das Wasser wieder verstärkt in der Fläche zurückzuhalten.
In Zusammenarbeit mit der Hochschulstadt Geisenheim haben wir auf rund 80 Metern die alte Betonstruktur entfernt und durch ein naturnäheres Gerinne ersetzt. Dieses neue System ermöglicht es, dass das Wasser selbst bei Starkregen fast vollständig im Boden versickert oder in kleinen abgedichteten Mulden zwischengespeichert wird.

Artenvielfalt durch Strukturvielfalt
Neben den positiven Effekten für den Wasserrückhalt fördert das neu gestaltete Gerinne auch die Artenvielfalt. Es wurden zahlreiche neue Strukturen geschaffen, darunter kleine Mäander, sandige Höhenrücken und Mulden mit steinigen und feinkörnigen Substraten. Diese bieten wertvolle Lebensräume für Insekten, Reptilien und Kleinsäuger. Zudem unterstützen gepflanzte Bäume und Stauden aus der Region die biologische Vielfalt zusätzlich und bereichern das Landschaftsbild.
Insgesamt trägt die Maßnahme zum Hochwasserschutz, zum Wasserrückhalt in der Weinbergsflur und der Förderung der Biodiversität bei – zum Wohle von Mensch, Rebe und Natur!

