Klimawandel, Kulturlandschaft und Multifunktionalität: Rheingauer Schüler*innen zu Gast an der HGU
Am 18. März 2026 war es so weit: Im Rahmen des MINT-Tages der Rheingauschule begrüßten wir 25 Schüler*innen der 11. Klasse bei uns an der Hochschule Geisenheim. Wir haben ein neues Schulformat pilotiert, das den Klimawandel und seine Effekte auf die Kulturlandschaft des Rheingaus greifbar macht und gleichzeitig die Schülerinnen und Schüler aus der Region dazu einlädt, die vertraute Kulturlandschaft in ihrer Genese, aber auch Veränderungspotentialen besser zu verstehen.
Von der Wetterstation in den Weinberg
Nach einer allgemeinen Begrüßung durch Christiane Jost aus dem Bereich Wissenstransfer und Forschungsförderung näherten wir uns dem Thema des Tages: „Glokale Herausforderungen des Klimawandels". Dazu erarbeiteten sich die Schüler*innen zunächst einen theoretischen Hintergrund auf Basis von klimatischen Messdaten aus Geisenheim. Das theoretische Wissen vertieften wir mit einem Besuch der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Geisenheim, einer der ältesten Messstationen Deutschlands. Anhand der Klimadaten wurde deutlich: Die Veränderungen durch den Klimawandel sind nicht abstrakt, sie sind längst hier angekommen und beeinflussen die Kulturlandschaft der Region und ihre Bewohner*innen unmittelbar.
Multifunktionalität als Schlüssel
Ein konkretes Beispiel dafür, wie Flächen mehrfach genutzt werden können, lieferte die VitiVoltaic-Anlage in Geisenheim: Solarenergie und Weinbau auf derselben Fläche. Das Konzept der Multifunktionalität – eine Fläche, mehrere Leistungen – wurde anschaulich diskutiert und auf andere Flächentypen in der Region übertragen. Was wäre noch möglich? Wo lohnt es sich, neu zu denken?
Was fehlt in unserer Kulturlandschaft?
Im Mittelpunkt des Tages standen auch die Eindrücke der jungen Erwachsenen. Wir haben die Schüler*innen gefragt: Was vermisst ihr in der Kulturlandschaft des Rheingaus? Was fehlt euch an Nutzungen, an Vielfalt, an Ideen? Ihre Perspektiven bereichern die Diskussion um Flächennutzungen und zeigen, dass die junge Generation einen klaren Blick auf die Landschaft mitbringt,in der sie aufgewachsen ist.
Ein Landschaftslabor entsteht
Der MINT-Tag war der Auftakt für mehr: Gemeinsam mit dem ISOE möchten wir das Format weiterentwickeln und im kommenden Jahr eine Folgeveranstaltung mit aufbauenden Inhalten anbieten. Unser Ziel ist es, die Flächen der Hochschule als „Geisenheimer Landschaftslabor" zu etablieren – einen Ort, an dem junge Menschen nicht nur zuschauen, sondern mitdenken und mitgestalten. Wir freuen uns auf das nächste Mal und auf weitere Schulformate in GeisTreich.
Bildergalerie



